Brandgefährliche Fassaden

Newsletter 3-2017

Jedes Jahr werden Wohnhäuser mit einer Wärmedämmung ausgestattet, um Energie zu sparen und das Klima zu schützen. Dabei kommen vorzugsweise Wärmedämmverbundsysteme (WDVS) mit Dämmmaterialien aus geschäumtem Kunststoff zum Einsatz. Geschäumte Kunststoffe sind relativ kostengünstig, gut zu verarbeiten und haben optimale Voraussetzungen, um als Dämmstoff eingesetzt zu werden.

Ihr großer Nachteil ist die Brandgefahr!

So belegen zahlreiche Schadenbeispiele, dass in Gebäuden mit geschäumten Dämmstoffen bereits ein normaler Zimmerbrand schnell ein ausgedehntes, für die Feuerwehren „unbeherrschbares“ Brandszenario verursachen kann.

Bei Fassadenbränden kann es binnen weniger Minuten zu einem Vollbrand und häufig zum Brandübertritt in die Innenräume kommen. Ein vollflächiger Abbrand der Fassade mit nachfolgendem Totalschaden ist daher oft die Folge.

Falsch wäre es, die Klimaschutz-Anstrengungen hinsichtlich der Wärmedämmung von Gebäuden zu verringern. Allerdings werden zunehmend Expertenstimmen laut, die den Einsatz von geschäumten Kunststoffen als Irrweg bezeichnen.

Alternativen zu geschäumten Kunststoff sind mineralische Dämmstoffe wie z.B. Mineralwolle. Diese aufwendig hergestellten Fasern aus anorganischem Material sind nicht brenn- oder entflammbar, allerdings auch kostenintensiver.

Versicherer können technische Entwicklungen, die sich negativ auf die Feuergefahren auswirken, als sogenannte Gefahrerhöhung einstufen. Dies kann zu Prämienerhöhungen und Risikozuschlägen führen. Im Gegensatz dazu werden wirksame Risikominderungen durch geeignete Brandschutzmaßnahmen im Regelfall positiv bewertet und auch mit Prämiennachlässen belohnt.

Viele Feuerversicherer bieten deutlich attraktivere Prämien an, wenn man nichtbrennbare Baustoffe – auch zur Wärmedämmung – verwendet.

Unsere Spezialisten beraten Sie gerne zu diesem Thema.